Substanzinfos

LSD

Substanzen

LSD (Lysergsäurediethylamid) ist eine halluzinogene Substanz, die 1943 von Albert Hofmann entdeckt und bis zu ihrem weltweiten Verbot als psychotherapeutisches Hilfsmittel eingesetzt wurde.

Erscheinungsformen:
flüssig; meist in Form von Papiertrips (Löschpapier, "Filz") oder - meist höher dosierten - Mikrotabletten aus Gelatine ("Micros") erhältlich.

Konsumformen:
oral (geschluckt).

Dosierung:
50–200 Mikrogramm (=0.05–0.2 mg); Dosen von 250–500 Mikrogramm erzeugen höchst intensive psychedelische Erlebnisse und sollten nur von sehr erfahrenen UserInnen verwendet werden. Da die Dosis stark schwankt, sollte LSD vor dem Konsum chemisch analysiert werden.

Wirkung

Die LSD-Wirkung ist sehr stark von Dosis, Set und Setting abhängig. Als Halluzinogen intensiviert und verfremdet LSD deine Sinneswahrnehmungen und dein Raum-Zeit-Empfinden. Deine Stimmung und deine Gefühle können sich abrupt verändern. Bei höheren Dosierungen kann es zur Loslösung vom eigenen Körper kommen. Besonders in der Anfangsphase des Trips können leichte Atembeschwerden, Herzrasen, Schweissausbrüche, veränderter Blutdruck und Übelkeit auftreten.

Wirkungseintritt:
nach 30–60 Min.

Wirkdauer:
ca. 8–12 Std.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Risiken beim Gebrauch von LSD liegen eindeutig im psychischen Bereich und sind von der Persönlichkeitsstruktur des Users/der Userin abhängig. Die Wahrnehmungsveränderungen auf einem Trip können so intensiv sein, dass vor allem unerfahrene UserInnen sich von der Flut von Eindrücken überfordert fühlen; vor allem bei Nichtbeachtung der Regeln betreffend Set und Setting kann es zu Fehlreaktionen, Orientierungsverlust, Panik, Paranoia und "Horrortrips" kommen.

Langzeitrisiken:
Es besteht − auch bei einmaligem Konsum − die Gefahr, dass latente (verborgene) psychische Störungen ausgelöst werden können. LSD führt weder zu Organschäden noch zu Erbgutveränderungen und macht nicht körperlich abhängig.

LSD-Microdosing

Allgemeine Informationen:

Als Microdosing wird der Konsum kleiner Dosen halluzinogener Substanzen (LSD, Psylocibin, Meskalin etc.) bezeichnet. Das Ziel von Microdosing ist für die meisten Konsumierenden die Förderung ihrer Leistungsfähigkeit (Kreativität, Konzentration, Ausdauer) oder die Selbsttherapie von (psychischen) Krankheiten. Da die Dosierung ca. 10-20 Mal tiefer als bei einer „normalen Dosierung" ist, entstehen beim Microdosing keine Halluzinationen, keine Ich-Auflösung und keine Loslösung vom eigenen Körper. 

Da aus unserer Erfahrung hauptsächlich LSD beim Microdosing verwendet wird, wird im Folgenden „lediglich“ auf diese Substanz näher eingegangen. 

Konsumform: Da sich der LSD-Gehalt auf Filzen vom gleichen Bogen stark unterscheiden kann, sollte beim Microdosing LSD in flüssiger Form (am Besten als Spray mit konstanter Dosierung) verwendet werden.

Dosierung: 5-15 Mikrogramm; Dosen ab 15 Mikrogramm erzeugen erste bewusst bemerkbare Veränderungen der Wahrnehmung.

Das Prinzip Drug, Set und Setting sollte auch beim Microdosing immer beachtet werden (wobei das Setting sicherlich weniger Einfluss auf die Wirkung hat, als beim Konsum „normaler“ Dosen LSD).

Wir empfehlen, die Zeiträume in denen LSD-Microdosen eingenommen werden, möglichst kurz zu halten und dazwischen längere Konsumpausen einzuhalten, um der Entwicklung negativer Auswirkungen vorzubeugen.

Für Personen, die LSD-Microdosen zur Behandlung von Krankheiten einsetzen wollen, empfehlen wir, die Situation vorgängig mit einem Arzt / Psychiater zu besprechen. Gefährliche Wechselwirkungen zwischen LSD und Medikamenten sind keine bekannt (Ausnahme Lithium), dennoch sollte man sich bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten vorgängig medizinisch beraten lassen.

Risiken / Nebenwirkungen:

Akute Risiken

Die akuten Risiken beim  Konsum von Microdosen LSD können als geringer eingestuft werden als beim Konsum von „normalen“ Dosen LSD. Da keine Halluzinationen, keine Verfremdung der Sinneswahrnehmungen, kein Loslösung vom eigenen Körper und auch keine Ich-Auflösung ausgelöst werden, sollte beim Konsum von Microdosen keine psychische Überforderung, kein Bad Trip und auch keine Panik und/oder Paranoia  ausgelöst werden.

Langzeitrisiken

Grundsätzlich ist LSD eine gut erforschte Substanz und die Risiken und Nebenwirkungen des LSD-Konsums sind bekannt. Allerdings gibt es bis anhin keine abgeschlossenen wissenschaftlichen Untersuchungen betreffend der Einnahme von Microdosen LSD.

Da beim Microdosing LSD oftmals über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, stellen sich Fragen zur psychischen Abhängigkeit, zu möglichen Realitätsverlusten und Persönlichkeitsveränderungen.

LSD verursacht keine körperliche Abhängigkeit. Ob die regelmässige Einnahme von Kleinstdosen LSD über einen längeren Zeitraum zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann, ist ungeklärt. Denkbar ist, dass sich eine Art funktionale Abhängigkeit einstellen kann wenn LSD zur Förderung der Leistung eingenommen wird.

Realitätsverluste und Persönlichkeitsveränderungen können nach häufigem und/oder hochdosiertem Konsum von LSD auftreten. Ob die regelmässige Einnahme von Kleinstdosen LSD über einen längeren Zeitraum ebenfalls zu einem Realitätsverlust oder einer Persönlichkeitsveränderung führen kann, kann aufgrund fehlender Untersuchungen bis anhin ebenfalls nicht beantworten werden.

Safer Use

Nimm LSD nur gut vorbereitet in einem Umfeld ein, in dem du dich wohl fühlst, und nur zusammmen mit erfahrenen Freund/innen (günstiges Setting).

Nimm LSD nur, wenn du dich seelisch und körperlich gut fühlst (günstiges Set).

Du solltest keine Angst, aber genug Respekt vor der LSD-Wirkung haben.

Konsumiere LSD nicht auf vollen Magen, aber iss etwas Leichtes vor oder auch während dem Rausch.

Dosiere niedrig. Wirf nicht nach, wenn es nicht gleich wirkt!

Lass dich während des Trips gehen, versuche nicht, gegen die LSD-Wirkung anzukämpfen.

Gegen Kreislaufbeschwerden kann Traubenzucker helfen.

Meide Strassen und andere "gefährliche" Orte, dein Orientierungsvermögen kann gestört sein.

Gönne dir zumindest am Tag nach dem Trip viel Ruhe und Erholung, um die Erfahrung verarbeiten zu können.

LSD-Trips sollten Ausnahmeerlebnisse bleiben und auf keinen Fall mehr als einmal im Monat erlebt werden.

Bei Panikanfällen oder Horrortrips: siehe Allgemeine Informationen unter Notfall.

Personen mit psychischen Problemen oder Erkrankungen, Personen, die Neuroleptika* nehmen müssen, sowie Personen mit Kreislauf- und Herzproblemen sollten auf den Konsum von LSD verzichten.

*Neuroleptika sind Medikamente, die vor allem zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt werden; bekannte Markennamen sind z.B. Haldol, Leponex oder Zyprexa.